ForNebiK-Positionspapier

Das Positionspapier des ForNeBiK

Forschen - Bewerten - Sachgerecht diskutieren

Forschungseinrichtungen zum Thema:
„Biokraftstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz“

Im Rahmen der Klimakonferenz von Kopenhagen und den Diskussionen um die Reduktion von CO2-Emissionen muss auch Deutschland sein Säckele zu Weihnachten schnüren. Die Sachzwänge zum Strukturwandel sind geklärt: Endlichkeit der weltweiten Versorgung mit fossilen Energien sowie die Klimaerwärmung mit erheblichen Auswirkungen auf alle bewirtschafteten Systeme. Auch die zukünftige Form der Mobilität muss diesem notwendigen Strukturwandel Rechnung tragen. Derzeitige mobilitätsregulierende Maßnahmen laufen dem überproportionalen Wachstum an Verkehr allerdings hinterher. Einen sinnvollen Beitrag leisten die Biokraftstoffe, die schon heute Treibhausgasemissionen reduzieren, die Energiequellen im Verkehrssektor diversifizieren und die Wirtschaft auf Alternativen im Verkehrssektor vorbereiten.

Das mitgliederstärkste und interdisziplinäre Forschungsnetzwerk in der Bioenergie-Forschung (ForNeBiK) hat hierzu in einem umfassenden Papier Stellung bezogen. Gemeinsam und abgestimmt kommen 47 Forschungseinrichtungen der Hochschulen sowie der Bundes- und Landesforschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu dem Ergebnis, dass Biokraftstoffe sowohl sozial- und umweltverträglich produziert als auch effizient genutzt werden können. Die sinnvolle und auf bestimmte Anwendungen orientierte Verwendung der Biokraftstoffe ist hierbei eine Kernforderung der Forschungseinrichtungen. Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis, dass kurz- bis mittelfristig auch weiterhin Verbrennungsmotoren im Mobilitätssektor dominieren werden, die auf flüssige oder gasförmige Energieträger angewiesen sind. Die Experten der Forschungseinrichtungen empfehlen, sich möglichst auf einige, wenige, zukunftsträchtige Varianten von Reinkraftstoffen und/oder Beimischungen zu konzentrieren.

Festzustellen ist aus der Sicht der Forschungseinrichtungen, dass nach wie vor die langfristig verlässlichen politischen Rahmenbedingungen zur Ausrichtung zukunftsweisender Forschung im Biokraftstoffbereich zur gezielten Marktintegration fehlen. Bereits erreichte Beiträge zum Klimaschutz sind durch die geänderten politischen Rahmenbedingungen leichtfertig verspielt worden. Gestützt allein auf eine vermeintlich wissenschaftliche Unsicherheit im Bereich der Biokraftstoffforschung, wurden hauptsächlich nach außen getragene fiskalpolitische und privatwirtschaftliche Partikularinteressen vertreten.

Die Ausschöpfung der Effizienzpotenziale im Straßenverkehr ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Erreichen hoher Anteile alternativer Kraftstoffe am Gesamtkraftstoffbedarf, wie auch für die Erreichung der Klimaschutzziele wie sie in Kopenhagen diskutiert werden. Wesentliche Voraussetzungen, und damit wichtige Herausforderungen der Zukunft, werden eine radikale Energieeinsparung in allen Bereichen sowie die Steigerung der Effizienz sowohl bei fossilen wie bei erneuerbaren Energiesystemen sein. Voraussetzungen für eine nachhaltige Nutzung der Biokraftstoffe sind eine interdisziplinäre, kontinuierliche, abgestimmte und koordinierte Forschung und Bewertung in allen wesentlichen Bereichen der Biokraftstoffforschung.

Rückmeldungen zum Positionspapier (Auswahl)

  • Bayerischer Landtag, Herr Abgeordneter Philipp Graf von und zu Lerchenfeld
    energiepolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion
  • Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V.m, Herr Peter Meyer, Präsident
  • Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V., Herr Dieter Bockey, Geschäftsführer
  • Daimler AG, Herr Prof. Dr.-Ing. Uwe Gärtner
  • Agentur für Erneuerbare Energien e. V., Herr Jörg Mayer, Geschäftsführer
  • CHOREN Biomass GmbH, Herr Michael Deutmeyer, Geschäftsführer
  • Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Herr Björn Klusmann, Geschäftsführer
  • Mitglied des Bundestages, Herr Dr. Thomas Gambke
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit,
    Fr. Gertrud Sahler im Auftrag von Herrn Dr. Röttgen
  • Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) e.V., Dipl.-Ing. Dietmar Goericke, Geschäftsführer
  • Bundesverband BioEnergie e. V. (BBE), Herr Helmut Lamp
  • Mitglied des Bundestages, Uwe Beckmayer
  • Umweltministerium Baden-Württemberg, Herr Martin Wiedmaier
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
    Frau Dr. Katharina Böttcher im Auftrag für Frau Ilse Aigner, MdB, Bundesministerin
  • Europäisches Parlament, Manfred Weber, MdEP, Europaabgeordneter
  • Bayerischer Landtag, Eike Hallitzky, MdL, Landtagsabgeordneter
  • Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Herr Dr. Veit Steinle,
    Leiter der Abteilung Umweltpolitik und Infrastruktur, Grundsatzfragen des Ressorts

Pressemitteilungen zum Positionspapier

  • Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie e. V. mehr
  • Bundesverband BioEnergie e. V. mehr
  • LaborPraxis mehr
  • Proplanta mehr
  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. mehr
  • Agentur für Erneuerbare Energien e. V. mehr
  • NOVA-Institut mehr
  • Pressemitteilungen-online mehr
  • BOXER - Infodienst Regenerative Energie mehr
  • Verein Deutscher Ingenieure e. V. mehr
  • Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt mehr
  • Agrar Europe mehr 

BirgitH, pixelio.de
Quelle: BirgitH, pixelio.de

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